Kulturverfall

Foto: Jiří 7256

Es ist alles Eitel.

DV sihst / wohin du sihst nur Eitelkeit auff Erden.

Was diser heute baut / reist jener morgen ein:

Wo itzund Städte stehn / wird eine Wisen seyn /

Auff der ein Schäfers-Kind wird spilen mit den Herden:

Was itzund prächtig blüht / sol bald zutretten werden.

Was itzt so pocht und trotzt ist Morgen Asch und Bein /

Nichts ist / das ewig sey / kein Ertz / kein Marmorstein.

Itzt lacht das Glück uns an / bald donnern die Beschwerden.

Der hohen Thaten Ruhm muß wie ein Traum vergehn.

Soll denn das Spil der Zeit / der leichte Mensch bestehn?

Ach! was ist alles diß / was wir vor köstlich achten /

Als schlechte Nichtigkeit / als Schatten / Staub und Wind;

Als eine Wisen-Blum / die man nicht wider find’t.

Noch wil was Ewig ist kein einig Mensch betrachten!

Andreas Gryphius (1637)

Ohne weitere Worte, aufgenommen am 30. August 2010.

Literatur:

Bei Abriss Aufstand. 2010.

Dieser Beitrag wurde unter Schienenverkehr veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Eine Antwort auf Kulturverfall

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.